Netto-Null Massnahmen sind ein gutes Geschäft

Über Energieeffizienzmassnahmen gelang der Medipack AG eine erhebliche Kostenreduktion. Ein geschlossener Materialkreislauf ermöglichte eine nachhaltige Produktinnovation mit spezifischen Wettbewerbsvorteilen. Nun soll eine Treibhausgasbilanzierung die Compliancearbeit mit wichtigen Kunden erleichtern und die Entscheidungen für weitere Reduktionsmassnahmen unterstützen. 

Die Schaffhauser Medipack AG ist ein führender Systemlieferant für Medizinalverpackungen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt individuelle Verpackungslösungen für die Medizintechnikbranche. Zu den Leistungen gehören Verpackungsentwicklung, eigene Folienproduktion, Reinraumproduktion und umfassende Verpackungsservices. Nachhaltigkeit spielt im Unternehmen bei den Produkten und Prozessen bereits heute eine wichtige Rolle – aus Überzeugung und aus Wettbewerbsüberlegungen. 

«Nachhaltigkeit ist mir als Unternehmer grundsätzlich wichtig – wir müssen auch an die kommenden Generationen denken und verantwortungsvoll handeln. Nachhaltigkeit zahlt sich aber auch wirtschaftlich aus. Sie kann Kosten sparen, Produktinnovationen ermöglichen und Zugänge zu Märkten sichern,» sagt CEO und Eigentümer, Reto Artusi. 

Das Unternehmen hat im Bereich der Energieeffizienz verschiedene bauliche Massnahmen umgesetzt. Dank Wärmerückgewinnung, Anpassung der Lüftungen oder Umstellung der Beleuchtung konnten Strom- sowie Gasverbrauch und damit Kosten deutlich reduziert werden. Auch in der Produktentwicklung hat die Rückgewinnung und Wiederverwertung von hochwertigen Kunststoffabfällen aus der eigenen Produktion zu einem innovativen Folienprodukt geführt, dass Medipack AG im Wettbewerb differenziert. Obendrein wurden Beschaffungskosten und Lieferantenabhängigkeit reduziert.  

Gesetzliche Regularien und Kundenansprüche steigen. Deshalb treibt das Unternehmen die Nachhaltigkeitsentwicklung weiter voran. «Internationale Grosskunden fordern immer mehr Nachhaltigkeitsnachweise. Wir haben uns für eine Treibhausgasbilanzierung entschieden. Einerseits, um geforderte Nachhaltigkeitsreports besser erstellen zu können, andererseits um eine gute Basis zur Bestimmung sinnvoller CO2-Reduktionsmassnahmen zu haben», sagt Reto Artusi. «Wie bereits bei der Energieeffizienz waren wir auch hier froh über die Begleitung durch das ITS. Die Auslegeordnung zu Beginn bot eine gute Entscheidungsgrundlage. Die vermittelten Experten lieferten wichtige Analysen und Massnahmen. Das Ergebnis spricht für sich, wir wissen nun wo wir punkto CO2-Ausstoss stehen. So können wir unsere Prozesse besser steuern und gezielt nächste Schritte zur CO2-Reduktion planen. Auch sind die Compliance Anforderungen wichtiger Kunden besser zu bewältigen.» 

Investitions- und Erneuerungszyklen in Gebäude, Anlagen, Fahrzeugflotten oder Innovationen dauern viele Jahre. Eine frühzeitige Auseinandersetzung ist entscheidend. Die kantonale Förderung leistete neben der Unterstützung durch Informationen und der Vermittlung von Experten auch einen substanziellen Geldbeitrag, für die Erstellung der Analyse, der Strategie und der Massnahmenpläne. Das senkt die Hürden für Netto-Null! Ein wirkungsvoller Standortfaktor, der hilft Schaffhauser Unternehmen nachhaltiger und wettbewerbsfähiger zu machen.